Befähigung




Die Medizinisch –Psychologische Untersuchung auch kurz MPU genannt beschäftigt sich mit der Fahreignung von entsprechenden Antragstellern. Die Fahrerlaubnis oder deren Entzug wird von den zuständigen Fahrerlaubnisbehörden erteilt. Die MPU dient den Behörden als Grundlage und Entscheidungshilfe für eine Erteilung oder einen Entzug des Führerscheins. Dabei stellt die MPU eine Prognose über die körperliche und geistige Befähigung ein Fahrzeug zu führen.

Die zentrale Aufgabe der MPU ist die Einschätzung über die Verhaltensentwicklung in Bezug auf das Führen eines Kraftfahrzeuges in der Zukunft. Entsprechende Informationen über Fehlverhalten sind in den Führerscheinakten und im Zentralregister eingetragen. Das MPU-Gutachten ist im Falle der positiven Darstellung von charakterlichen und verkehrsmedizinischen Ergebnissen geeignet Zweifel an der Verkehrstauglichkeit seitens der Fahrerlaubnisbehörde auszuräumen. Es sollte also nach dem Gutachten nachweislich eine stabile Verhaltensänderung und eine Änderung der Einstellung vorliegen. Eine Prüfung seitens der Behörden über die Einhaltung der Richtlinien und der Objektivität des MPU Gutachtens ist in dieser Frage obligatorisch. Sollten bei der Behörde Zweifel bestehen, ob das Gutachten den inhaltlichen und formalen Vorgaben entspricht, kann es abgelehnt werden. Die entsprechenden Begutachtungsstellen des TÜV, der Dekra oder weitere Anbieter prüfen in der MPU die charakterliche Befähigung zum Führen eines KFZ. Für die Absolvierung einer positiven MPU gibt es verschiedene Informationsveranstaltungen und Hilfsangebote seitens der MPU - Stellen, die den allgemeinen Ablauf und die Erfolgsaussichten darstellen. Individuelle Beratung und Vorbereitung auf die MPU erhält man bei privaten Firmen, die auch die notwendige verkehrspsychologische Schulung anbieten und den medizinischen Nachweis dokumentieren, der als Voraussetzung für ein positives Gutachten gilt. Mehr dazu auf online-mpu.de

Spezielle Alkohol - und Drogenkontrollprogramme dienen hierbei als anerkannter Nachweis bei den MPU-Stellen. Die eigentliche MPU erstreckt sich in der Regel über drei bis vier Stunden. Dabei ist das Gutachten in drei Teile gegliedert. Neben dem medizinischen Teil und dem psychologischen Gespräch erfolgt ein Reaktionstest. Im medizinischen Teil wird auf Alkohol- und Drogenmissbrauch getestet. Dafür werden Haarproben oder Urin auf Spuren früheren Konsums analysiert. Im psychologischen Gespräch wird die Einsicht des Fehlverhaltes festgestellt. Dabei sollen Ursachen und Konsequenzen für das Verhalten in der Zukunft festgelegt werden. Im letzten Teil wird die Konzentration und Reaktion am Computer getestet. Die Kosten für eine MPU können bis zu 500 € betragen. Die Kosten für eine gezielte Mpu Vorbereitung bei einem Verkehrpsychologen können 60 bis 100 € pro Stunde betragen. Die Quoten für ein Bestehen der MPU liegen insgesamt bei 51 Prozent. Dabei sind die positiven Gutachten für Drogentäter höher als bei Alkoholtätern. Die Möglichkeit sich der Prüfung zu entziehen und eine ausländische Fahrerlaubnis innerhalb der Sperrfrist zu erlangen besteht seit Anfang 2009 nicht mehr. Fahrer mit deutschem Wohnsitz bekommen die im Ausland erworbene Fahrlizenz in Deutschland nicht mehr anerkannt.