Beispiele für Neurochirurgische Operationen




Die zervikale Spondylodese bei segmentaler Instabilität:

Operation von vorne mit Plattenosteosynthese

Fortschreitendes Wirbelgleiten infolge von Verschleißerscheinungen sowie starke Schmerzen und / oder neurologische Störungen erfordern, insbesondere bei einer Verengung des Spinalkanals, eine Erweiterung des Kanals und eine operative Verbindung der Wirbelkörper. Zerstörte Bänder oder Gelenke können nicht ersetzt werden, es gibt daher keine Möglichkeit, die gelenkige Verbindung der Wirbel wieder herzustellen. Die Wirbelkörper werden fest miteinander verbunden (versteift), um die Schmerzen zu lindern. Auch an der Halswirbelsäule (HWS) wird hierbei von vorn operiert und neben der Spondylodese (operativ in die Wirbelkörper eingesetzte Metallschrauben zur Wirbelkörperverblockung) zusätzlich über den Wirbeln mit Hilfe von Dübeln eine Verplattung angebracht. Etwa fünf Prozent der HWS Erkrankungen werden auf diese Art behandelt. Die durchschnittliche Dauer des stationären Klinikaufenthaltes liegt bei fünf Tagen.

Multiple subpiale Transsektionen:

Eine multiple subpiale Transsektion bezeichnet das Durchtrennen horizontal verlaufender Faserverbindungen im Gehirn. Diese werden für die Ausbreitung der Epilepsie benötigt und können nach der Trennung keine anfallauslösenden Impulse mehr an benachbarte Hirnregionen weitergeben. Die vertikalen Faserverbindungen, die für die Funktionen des Hirn zuständig sind, bleiben von dieser Operation unangetastet. Multiple subpiale Transsektionen werden nur in unentfernbaren Hirnregionen durchgeführt.

Mikrovaskuläre Dekompression:

Bei der mikrovaskulären Dekompression werden krankhafte Kontakte zwischen Arterien und Hirnnerven in der hinteren Schädelgrube beseitigt. Nach dem Öffnen des Schädels erfolgt die Identifikation der der pathologischen Gefäß-Nervenkontakte und anschließen das Beseitigen derselben durch das Interponieren (Dazwischenlegen eines Polsters aus Muskelgewebe oder Teflonschwämmchen). Erkrankungen, die mit dieser Operationsmethode behandelt werden, sind als mikrovaskuläre Kompressionssyndrome zusammengefasst. Ein besonders gut operativ therapierbares mikrovaskuläres Kompressionssyndrom ist die Trigeminusneuralgie, ein einschießender, stechender Schmerz im Gesichtsbereich. Die Erfolgsquote der Operation liegt bei dieser Erkrankung bei weit über 90 Prozent.

Als einer der Begründer der Neurochirurgie gilt Anton Freiherr von Eiselsberg (* 31. Juli 1860 auf Schloss Steinhaus, Oberösterreich; † 25. Oktober 1939 in St. Valentin, Niederösterreich).